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Richtwert Rechner Tirol

Richtwert Tirol

Aktueller Richtwertmietzins Tirol: EUR 8,22/m² – mit Mietzinsberechnung, Zu-/Abschlägen und historischen Daten ab 1994.

5. MILG – Der Richtwert Tirol beträgt seit 1. April 2026 EUR 8,22/m² Nutzfläche und Monat. Die Richtwerte werden seit 1. April 2026 jährlich zum 1. April angepasst (§ 5 Abs. 2 Richtwertgesetz in der Fassung des 5. MILG, BGBl. I Nr. 114/2025). Die Erhöhung zum 1. April 2026 war mit einem Prozent gedeckelt, jene zum 1. April 2027 ist mit zwei Prozent begrenzt. Ab 1. April 2028 entfallen die Prozentdeckel: Übersteigt die durchschnittliche jährliche Änderung des Verbraucherpreisindex drei Prozent, wird der darüber liegende Teil nur zur Hälfte berücksichtigt.

Gründerzeitviertel in Tirol

Der gründerzeitliche Baubestand Tirols ist fast vollständig auf Innsbruck konzentriert. Die Eröffnung des Bahnhofs 1858 und ein kräftiges Bevölkerungswachstum lösten eine planmäßige Stadterweiterung aus, die die Freiflächen zwischen der Altstadt und den damals noch selbstständigen Gemeinden Wilten und Pradl füllte. Der Saggen gilt als das geschlossenste Gründerzeitviertel des Landes.

Villensaggen Innsbruck

Ein Bebauungsplan von 1886 legte über die bis dahin unbebauten Wiesen ein Straßennetz in Form einer Mitra. Bis etwa 1910 füllte sich das Gebiet mit zwei- bis dreigeschossigen Villen in großen Gärten — Neurenaissance, Neugotik und Neubarock bis hin zu Tiroler Heimatstil und Jugendstil, erkennbar an Erkern, Türmchen und Freitreppen.

Blocksaggen Innsbruck

Ab 1898 ließ der Gemeinderat östlich der Claudiastraße keine Villen mehr zu, sondern nur noch mehrgeschossige Wohnhäuser. Daraus entstand die klassische Blockrandbebauung: geschlossene Häuserzeilen mit großen, als Gärten genutzten Innenhöfen — dichter und städtischer als der Villensaggen.

Wilten Innsbruck

Wilten war bis zur Eingemeindung 1904 eine eigene Gemeinde und wuchs nach der Eröffnung des Westbahnhofs 1883 rasch vom Dorf zum Stadtteil; die Einwohnerzahl stieg von rund 4.000 auf etwa 12.000. Prägend sind historistische Fassaden mit Stuck, farbigen Putzflächen und Bauplastik.

Pradl Innsbruck

Nach 1858 siedelten sich hier Industriebetriebe an — Baumwollspinnerei, Gaswerk, Seifenfabrik —, und mit ihnen entstanden ganze Zeilen von Zinshäusern. Die Pradler Straße war das Zentrum dieses Wachstums und zeigt bis heute eine Mischung aus älteren Bauernhäusern, Gründerzeithäusern und Bauten der Jahrhundertwende.

Zusammengestellt aus Bau- und Stadtgeschichte der jeweiligen Gemeinden. Die Abgrenzung einzelner Viertel ist in der Literatur nicht einheitlich; maßgeblich für den Einzelfall ist immer das konkrete Gebäude.

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